Beleuchtung: Strombedarf halbieren mit Steuerung und Sensoren

Mittwoch, 1. Oktober 2025
LED-Beleuchtung ist sehr effizient. Weniger bekannt ist, wie viel zusätzliche Energie sich mit Sensoren und Steuerungen sparen lässt.

EnergieSchweiz und die Schweizer Licht Gesellschaft zeigen im Merkblatt Beleuchtungssteuerungen: Mit Präsenzmeldern, Tageslichtsensoren und kurzen Nachlaufzeiten lässt sich der Stromverbrauch um rund 50 % senken. Mit einer intelligenten Lichtsteuerung sind sogar bis zu 80 % möglich.

Wie kann das gehen?


So funktioniert die Technik

Schauen wir uns zunächst die technischen Komponenten an:

  • Bewegungs- und Präsenzsensoren schalten das Licht je nach Bedarf. Radar­sensoren erfassen Bewegungen auch durch dünne Wände oder Glas, Infrarot­sensoren brauchen Sichtkontakt. Viele Präsenzmelder messen zudem das vorhandene Licht und schalten nur, wenn es nötig ist.

  • Tageslichtsensoren passen das Kunstlicht laufend an das Tageslicht an. So bleibt der Raum gleich hell und es wird Energie gespart. Der Sensor kann auch als Schalter dienen, etwa als Dämmerungsschalter im Aussenbereich. Wichtig ist ein repräsentativer Montageort ohne Schatten oder Blendungen.

  • Aktoren setzen die Signale um: Sie schalten oder dimmen das Licht. Bei smarten Leuchten ist der Aktor bereits eingebaut.

  • Dimmung: Dimm­bare Leuchten kosten bei führenden Herstellern heute nicht mehr als nicht dimmbare. Daher lohnt es sich, nur noch dimmbare Modelle zu wählen. Richtig eingestellt, spart das bis zu 30 % Stromkosten, verlängert die Lebensdauer und ermöglicht individuelle Lichtstimmungen.

  • Szenensteuerungen sind auch im Zuhause nützlich. So lassen sich verschiedene Lichtsituationen voreinstellen – etwa helles Licht zum Arbeiten, warmes Licht zum Essen oder gedimmtes Licht zum Entspannen.

  • Schwarmsteuerung: Leuchten stimmen sich untereinander ab. So bleibt nur dort Licht, wo es gebraucht wird. Beispiel: Im Aufenthaltsbereich leuchten die Lampen voll, in der Nähe gedimmt, im restlichen Raum nur schwach.

  • Intelligent heisst: Sensoren und Steuerungen greifen ineinander. Das Licht passt sich automatisch an – je nach Anwesenheit, Tageslicht und Nutzung.

Neben der privaten Nutzung beschreibt das Merkblatt viele spannende Anwendungsfälle in Büros, Schulen, Restaurants, Industriehallen, Treppenhäusern, Parkhäusern, Lagern, Verkaufsräumen und Verkehrsflächen. In solchen grösseren Anlagen kommen oft Systeme wie KNX oder DALI zum Einsatz – für den Privatbereich eignen sich dagegen einfache Smart-Home-Lösungen wie xComfort oder Shelly.


Private Nutzung: Smart-Home mit xComfort und Shelly

xComfort ist ein klassisches System mit eigenen Funk-Komponenten wie Schaltern, Sensoren und Aktoren. Sehr stabil und unabhängig vom WLAN, dafür in der Einrichtung aufwendiger. Meist übernimmt der Elektriker die Installation und Programmierung. Wer eine umfassende, zuverlässige Lösung sucht – mit Szenen, Heizungsanbindung oder erweiterter Logik – ist hier richtig.

Shelly setzt auf kleine WLAN-Module, die direkt hinter Schalter oder Steckdose eingebaut werden. Damit lassen sich bestehende Installationen einfach nachrüsten – teils auch als Do-it-yourself. Die Steuerung erfolgt per App oder Sprachassistent. Der Einstieg ist günstig und unkompliziert, die Abhängigkeit vom WLAN muss man aber einkalkulieren.

Beide Systeme erhöhen den Komfort und sparen Strom. Das Licht brennt nur, wenn es gebraucht wird, und passt sich automatisch oder per App an die Situation an. Gerade im Aussenbereich – etwa als Dämmerungsschalter für Gartenleuchten – zeigt sich der Nutzen sofort.


Wichtig für Heimwerker: Sensoren und Steuerungen müssen richtig platziert und eingestellt werden. Kurze Nachlaufzeiten und realistische Schalt­schwellen sparen am meisten Energie. Tageslichtsensoren gehören an einen repräsentativen Ort ohne Schatten oder Blendung. Erst die Feinjustierung bei der Inbetriebnahme sorgt dafür, dass die Technik im Alltag wirklich überzeugt.

Weitere Informationen bietet das Merkblatt Beleuchtungssteuerungen von EnergieSchweiz und der Schweizer Licht Gesellschaft.

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