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Hauselektrik: Warum Langlebigkeit mehr ist als «normgerecht»
Viele Entscheidungen zur Qualität und Lebensdauer werden früh getroffen und lassen sich später nur mit grossem Aufwand korrigieren. Langlebigkeit entsteht dabei nicht allein durch Normeinhaltung, sondern durch die Wahl der Komponenten, die Ausführung und eine vorausschauende Planung.
In der Praxis stellt sich die Frage nach der Langlebigkeit der Hauselektrik in drei Situationen:
- Bestehende Hauselektrik: Wie langlebig ist die Installation noch, und ab wann besteht Erneuerungsbedarf? Anlässe können ein Eigentümerwechsel (Handänderung), die periodische Kontrolle oder geplante Erweiterungen wie eine PV-Anlage oder Wallbox sein.
- Erneuerung oder Neubau durch einen Elektriker: Worauf ist bei der Auswahl der Offerte und der Beauftragung des Elektrikers zu achten? Werden zukünftige Bedarfe mitgeplant, sodass keine unnötigen nachträglichen Aufwände entstehen.
- Erneuerung oder Neubau durch einen Elektriker mit selbst beschafften Materialien oder eigenen Vorarbeiten: Worauf ist bei der Materialbeschaffung zu achten, und welche Vereinbarungen mit dem Elektroinstallateur sind sinnvoll?
Langlebigkeit in der Hauselektrik bedeutet mehr als reine Betriebssicherheit. Neben der normgerechten Ausführung geht es um die dauerhafte Belastbarkeit der Komponenten und darum, wie gut die Installation über Jahre hinweg genutzt und weiterentwickelt werden kann. Eine langlebige Elektrik ist so dimensioniert, dass Leitungen, Absicherungen und Verteiler auch bei steigenden Anforderungen zuverlässig funktionieren. Sie ermöglicht Erweiterungen, ohne dass Wände geöffnet oder Leitungen neu verlegt werden müssen, und vermeidet damit baulich aufwändige Eingriffe und unnötige Folgekosten.
Ist die bestehende Hauselektrik zukunftsfest?
Wer eine ältere Hauselektrik besitzt, hat oft selbst ein gutes Gespür dafür, ob sie noch zeitgemäss ist. Bestehen Zweifel, kann es sinnvoll sein, von sich aus einen Elektriker mit einer Zustandsbeurteilung zu beauftragen. Ein weiterer Anlass für eine Erneuerung können geplante Erweiterungen sein. Dies ist jedoch nicht immer möglich, etwa wenn das Gehäuse der Hauptverteilung asbesthaltig ist.
Ein weiterer Anlass ist die gesetzlich vorgeschriebene periodische Kontrolle gemäss NIV Art. 36. Wohnhäuser müssen in der Regel alle 20 Jahre durch eine vom Elektriker unabhängige Kontrollstelle kontrolliert werden.
Ebenfalls kontrollpflichtig ist ein Eigentümerwechsel (Handänderung), wenn der letzte Sicherheitsnachweis älter als fünf Jahre ist. Das ist sinnvoll, da neue Eigentümer in der Regel weniger über Zustand und Vorgeschichte der elektrischen Installation wissen.
Besteht Handlungsbedarf, ist die Wahl des richtigen Elektroinstallationsbetriebs entscheidend.
Woran man einen qualifizierten Elektroinstallationsbetrieb erkennt
Die Langlebigkeit einer Hauselektrik hängt wesentlich von der Qualität der Ausführung ab. Voraussetzung dafür ist, dass der beauftragte Betrieb über eine gültige Installationsbewilligung verfügt. In der Praxis empfiehlt es sich, mehrere Offerten einzuholen und sich im Umfeld umzuhören, mit welchen Betrieben gute Erfahrungen gemacht wurden. Auch das eigene Gesprächsgefühl ist relevant: Werden Fragen verständlich beantwortet oder eher ausgewichen?
Eine gute Offerte ist sauber strukturiert, beschreibt die vorgesehenen Leistungen und Produkte nachvollziehbar und weist die Kosten transparent aus – oder der Installationsbetrieb erläutert diese zumindest auf Nachfrage klar. Am Ende zählt die Arbeit auf der Baustelle.
Bereits im Vorgespräch sollte klar gemacht werden, dass Haltbarkeit wichtig ist. Ebenso sinnvoll ist es, geplante Erweiterungen in den nächsten Jahren frühzeitig anzusprechen. Eine vorausschauend geplante und erweiterbare Hauselektrik kann Folgekosten reduzieren.
Zudem lohnt es sich, frühzeitig zu vereinbaren, ob der Betrieb das Material beschafft oder ob Teile selbst gekauft werden. Im zweiten Fall sollte man sich eine Liste mit konkreten Anforderungen nennen lassen.
Woran man langlebige Elektrokomponenten erkennt
Ein dritter wesentlicher Faktor für die Langlebigkeit sind hochwertige Komponenten. Für Laien ist es allerdings schwierig zu beurteilen, ob eine Offerte technisch sinnvoll ausgelegt ist und ob die Qualität der eingesetzten Komponenten stimmt. In der Praxis gibt es bewährte Produktlinien und Marken, auf die viele Fachbetriebe seit Jahren setzen.
Gute Elektroinstallationsbetriebe verbauen nur Komponenten, mit denen sie langfristig gute Erfahrungen gemacht haben – nicht zuletzt, weil ihr Ruf davon abhängt.
Bewährte Marken für langlebige Elektrokomponenten (Beispiele):
- Steckdosen & Schalter: Feller
- Sicherungen, Leitungsschutz & Verteilungen: Hager
- Kabel & Leitungen: Studer
Daneben gibt es auch weniger bekannte Marken, die qualitativ überzeugen und preislich attraktiv sind, sofern sie sich im Fachhandel und in der Praxis bewährt haben. Bei der Einordnung und Auswahl geeigneter Komponenten beraten wir Sie gerne.
Bei Elektrobedarf Troller arbeiten erfahrene Elektrofachpersonen auch im Innendienst und unterstützen Sie bei Fragen zur Auslegung und Auswahl von Komponenten.
Die Langlebigkeit der Hauselektrik entsteht durch vorausschauende Planung, sorgfältige Installation und bewährte Komponenten; die Einhaltung der Normen bildet dabei die Mindestanforderung.