Grundlagen der Lichtplanung

Donnerstag, 1. Januar 2026
Gutes Licht, in dem man sich wohlfühlt, beginnt mit einer sauberen Planung. Was gibt es dabei zu beachten?

Lichtplanung schafft eine zum Raum passende Atmosphäre und bietet Orientierung. Entscheidend ist dabei, dass sich das Licht der Architektur und Möblierung unterordnet: Gute Licht­planung ergänzt, schlechte drängt sich in den Vordergrund.

Da jeder Raum anders genutzt wird und unterschiedliche Bedürfnisse erfüllt, gibt es keine Standardlösung. Nutzung, Raum und persönliche Anforderungen sind entscheidend. Der Artikel zeigt, worauf es bei der Licht­planung ankommt.

 

Drei Aspekte guter Licht­planung

In der Licht­planung sind drei miteinander verwobene Aspekte wichtig: Ästhetik, Funktion und Gesundheit.

  • Ästhetik: Licht lenkt die Aufmerksamkeit und schafft Atmosphäre – durch Kontraste, Schatten und Lichtfarbe.
  • Funktion: Das Licht muss zur Nutzung passen. Im Wohnzimmer, am Arbeitsplatz oder in der Küche unterscheiden sich die Bedürfnisse. Bei gewerblicher Nutzung gelten an Arbeitsplätzen verbindliche Normen.
  • Gesundheit: Licht beeinflusst den Schlaf-Wach-Rhythmus (Chrono­biologie). Dynamisches Licht kann den natürlichen Tagesverlauf unterstützen. Dynamisches Licht bezeichnet eine Beleuchtung, die ihre Helligkeit und Lichtfarbe im Tagesverlauf anpasst.
 

Beleuchtungs­arten

Die Licht­planung unterscheidet drei Beleuchtungs­arten.

Die Allgemein­beleuchtung bildet die Grundlage und wird in jedem Raum benötigt. Sie ist das Licht zum Sehen und macht Raum und Personen gleich­mässig sichtbar. Häufig wird dafür eine indirekte, diffuse Beleuchtung eingesetzt.

Die allgemeine Beleuchtung wird durch die Akzent­beleuchtung ergänzt. Sie ist das Licht zum Hinsehen und sorgt gezielt für mehr Helligkeit und stärkere Kontraste. Akzent­beleuchtung setzt Objekte oder Tätigkeiten wie Schreib­tische oder Arbeitsflächen in der Küche gezielt in Szene, etwa mit Strahlern, Spots oder Flutern.

Die dritte Beleuchtungs­art sind dekorative Stimmungs­leuchten. Sie sorgen über Farben, dezente Bewegungen oder ein sanftes Auf- und Abdimmen für ästhetische Effekte.

Leuchten können mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen. So kann eine Leuchte dekorativ wirken und zugleich indirektes Licht erzeugen, das zur Allgemein­beleuchtung beiträgt.

 

Wichtige Kennzahlen für die Beleuchtung

Damit Licht­planung in der Praxis funktioniert, braucht es Grundlagen­wissen zu den wichtigsten Lichtbegriffen, wie sie auf Verpackungen von Leuchtmitteln und in der Beschreibung von Leuchten verwendet werden.

 

Lichtfarbe

Die Lichtfarbe (Farb­temperatur) wird in Kelvin angegeben:

  • Warmweiss (≤ 3000 K, ideal ca. 2700 K): gemütlich, wohnlich – geeignet für Wohn- und Schlafräume.
  • Neutralweiss (3300–5300 K): sachlich, aktivierend – geeignet für Arbeitsbereiche.
  • Tageslichtweiss (5300–8000 K): sehr kühl, technisch – z. B. für Therapie oder spezielle Arbeitsbereiche.

Für das Wohlbefinden ist es sinnvoll, morgens eher kühleres und abends eher wärmeres Licht einzusetzen. Mit LED-Leuchten lassen sich Wechsel der Farb­temperatur programmieren. Dafür sind sogenannte «CCT-verstellbare» LED-Leuchten sowie eine geeignete Steuerung erforderlich. Bei Fragen dazu beraten wir gerne.

 

Farb­wiedergabe

Sobald die Lichtfarbe definiert ist, wird ein weiterer Wert relevant:
die Farb­wiedergabe.

Der Farb­wiedergabe­index (CRI, auch Ra) gibt an, wie natürlich Farben unter künstlichem Licht im Vergleich zu Tageslicht erscheinen. Tageslicht ist dabei mit einem CRI von 100 definiert. Je tiefer der CRI, desto stärker weichen die Farben vom natürlichen Eindruck ab.

Ein hoher CRI ist überall dort wichtig, wo Farben korrekt wahrgenommen werden sollen, etwa in der Küche, am Arbeitsplatz oder im Kleider­schrank.

Der CRI ist nur zwischen Lichtquellen mit gleicher Farb­temperatur vergleichbar.

 

Helligkeit

Die Helligkeit einer Leuchte wird mit Lumen und Lux beschrieben. Lumen (lm) bezeichnet den Lichtstrom, also die Menge des ausgestrahlten Lichts. Lux (lx) beschreibt die Beleuchtungs­stärke auf einer Fläche und entspricht Lumen pro Quadratmeter (lm/m²).

Als Orientierung für die Beleuchtungs­stärke gelten folgende Richtwerte:

  • ca. 50 lx: Grund­orientierung (Allgemein­beleuchtung)
  • ca. 100 lx: Wohnbereich (Allgemein­beleuchtung, oft ergänzt durch Akzent­licht)
  • ≥ 500 lx: Arbeitsbereiche (meist als Arbeits- oder Akzent­beleuchtung)

Das subjektive Empfinden spielt dabei ebenfalls eine Rolle; jüngere Menschen kommen meist mit weniger Licht aus.

 

Licht­planung in fünf Schritten

  1. Tatsächliche Nutzung der Räume konkretisieren. Gemeint ist nicht die Raum­bezeichnung wie Küche oder Wohnzimmer, sondern was dort tatsächlich passiert: Lesen, Arbeiten, Kochen, Entspannen – und zu welchen Tageszeiten. Viele Räume haben mehrere Nutzungen mit unterschiedlichen Licht­anforderungen.
  2. Möblierung, Architektur und hervor­zuhebende Elemente für die Akzent­beleuchtung definieren.
  3. Technische Rahmen­bedingungen prüfen (Anschlüsse, Installations­möglichkeiten).
  4. In dieser Reihenfolge planen:
    – Allgemein­beleuchtung
    – Akzent­beleuchtung
    – Stimmungs- / Dekorations­beleuchtung
  5. Anhand dessen passende Leuchten auswählen.

Vieles lässt sich bei der Licht­planung selbst erarbeiten. Gutes Licht entsteht durch das abgestimmte Zusammen­spiel von Lichtarten, Lichtfarbe, Helligkeit, Nutzung und persönlichem Empfinden.

In speziellen Fällen ist die Unterstützung eines Licht­planers sinnvoll. Zur technischen Umsetzung beraten wir gerne. Sie erreichen uns unter der 062 745 90 50. Geeignete Leuchten und Licht-Komponenten finden Sie im Shop von Elektrobedarf Troller. 

Laden
Laden