Batteriespeicher: Entsorgung und Recycling in der Schweiz

Montag, 1. September 2025
Wer einen stationären Batteriespeicher betreibt, denkt irgendwann auch darüber nach: Wohin mit dem Speicher, wenn er nicht mehr funktioniert?

In der Schweiz ist die Entsorgung von Batterie­speichern klar geregelt – genauso wie bei Solar­modulen. Die Recycling­kosten sind bereits im Kaufpreis enthalten (über die vorgezogene Entsorgungs­gebühr, VEG). Alte Speicher gelten als Industrie­batterien und werden als Sonder­abfall behandelt. Für Besitzer heisst das: Sie können ihre Speicher jederzeit an der Verkaufs­stelle oder einer dafür vorgesehenen Sammel­stelle kostenlos zurückgeben.

Ein stationärer Batterie­speicher hält in der Regel 15 bis 20 Jahre. Ursache ist die Alterung der Lithium­zellen: Bei jedem Lade- und Entlade­vorgang laufen chemische Prozesse ab, die die Speicher­kapazität schrittweise verringern. Die Alterung wird zusätzlich durch hohe Temperaturen und dauerhaft hohe Lade­zustände beschleunigt.


Was ist zu tun, wenn der Speicher ausgedient hat?

Für die Deinstallation vor Ort braucht es einen NIV-bewilligten Elektro­installations­betrieb. Falls ein Ersatz gewünscht ist, kann derselbe NIV-bewilligte Betrieb den Einbau eines neuen Speichers direkt mit erledigen. Der Transport des alten Speichers zur Sammel­stelle ist nicht von der VEG abgedeckt und muss den Gefahrgut-Vorschriften entsprechen. Ab der Sammel­stelle übernimmt INOBAT kostenlos den Weiter­transport zum Recycling­betrieb.

Aber was passiert dann mit den Batterie­speichern?


Heutzutage werden Batterie­speicher recycelt

Noch vor wenigen Jahren war das Recycling von Lithium-Ionen-Speichern vor allem Gegenstand von Forschung und Pilot­projekten. Diese Arbeiten waren erfolgreich: Heute wird das Recycling im grossen Massstab umgesetzt. Im Mittelpunkt steht das Recycling von Batterien aus Elektro­autos – sie fallen derzeit am häufigsten an. In der Schweiz und in mehreren europäischen Ländern gibt es heutzutage Recycling­anlagen, die wertvolle Metalle für neue Batterien zurückgewinnen. Die gleiche Technologie lässt sich auch für stationäre Batterie­speicher einsetzen, da sie auf denselben Zell­typen basiert.

In Biberist im Kanton Solothurn betreibt die Librec AG eine Fabrik für Batterie­recycling. Dort werden Lithium-Ionen-Batterien zunächst mechanisch zerkleinert und zu sogenannter Schwarz­masse verarbeitet. In einem zweiten Schritt gewinnen chemische Verfahren daraus wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Nickel, Lithium und Grafit zurück – mit einer Rückgewinnungs­rate von über 97 Prozent. Damit verfügt die Schweiz über eine eigene industrielle Lösung für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien.

Weitere Batterie­recycling-Fabriken stehen heute in Kuppenheim, Deutschland (Mercedes-Benz), in Bremerhaven, Deutschland (Redwood Materials), in Hoboken, Belgien (Umicore), in Fredrikstad, Norwegen (Hydrovolt) sowie in Hettstedt, Deutschland und in Birmingham, UK (Ecobat).

Die so zurückgewonnenen Materialien fliessen direkt in die Produktion neuer Batterien – und schliessen damit den Kreislauf, der Ressourcen spart und die nächste Generation von Energie­speichern ermöglicht.

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