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Batteriespeicher: Entsorgung und Recycling in der Schweiz
In der Schweiz ist die Entsorgung von Batteriespeichern klar geregelt – genauso wie bei Solarmodulen. Die Recyclingkosten sind bereits im Kaufpreis enthalten (über die vorgezogene Entsorgungsgebühr, VEG). Alte Speicher gelten als Industriebatterien und werden als Sonderabfall behandelt. Für Besitzer heisst das: Sie können ihre Speicher jederzeit an der Verkaufsstelle oder einer dafür vorgesehenen Sammelstelle kostenlos zurückgeben.
Ein stationärer Batteriespeicher hält in der Regel 15 bis 20 Jahre. Ursache ist die Alterung der Lithiumzellen: Bei jedem Lade- und Entladevorgang laufen chemische Prozesse ab, die die Speicherkapazität schrittweise verringern. Die Alterung wird zusätzlich durch hohe Temperaturen und dauerhaft hohe Ladezustände beschleunigt.
Was ist zu tun, wenn der Speicher ausgedient hat?
Für die Deinstallation vor Ort braucht es einen NIV-bewilligten Elektroinstallationsbetrieb. Falls ein Ersatz gewünscht ist, kann derselbe NIV-bewilligte Betrieb den Einbau eines neuen Speichers direkt mit erledigen. Der Transport des alten Speichers zur Sammelstelle ist nicht von der VEG abgedeckt und muss den Gefahrgut-Vorschriften entsprechen. Ab der Sammelstelle übernimmt INOBAT kostenlos den Weitertransport zum Recyclingbetrieb.
Aber was passiert dann mit den Batteriespeichern?
Heutzutage werden Batteriespeicher recycelt
Noch vor wenigen Jahren war das Recycling von Lithium-Ionen-Speichern vor allem Gegenstand von Forschung und Pilotprojekten. Diese Arbeiten waren erfolgreich: Heute wird das Recycling im grossen Massstab umgesetzt. Im Mittelpunkt steht das Recycling von Batterien aus Elektroautos – sie fallen derzeit am häufigsten an. In der Schweiz und in mehreren europäischen Ländern gibt es heutzutage Recyclinganlagen, die wertvolle Metalle für neue Batterien zurückgewinnen. Die gleiche Technologie lässt sich auch für stationäre Batteriespeicher einsetzen, da sie auf denselben Zelltypen basiert.
In Biberist im Kanton Solothurn betreibt die Librec AG eine Fabrik für Batterierecycling. Dort werden Lithium-Ionen-Batterien zunächst mechanisch zerkleinert und zu sogenannter Schwarzmasse verarbeitet. In einem zweiten Schritt gewinnen chemische Verfahren daraus wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Nickel, Lithium und Grafit zurück – mit einer Rückgewinnungsrate von über 97 Prozent. Damit verfügt die Schweiz über eine eigene industrielle Lösung für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien.
Weitere Batterierecycling-Fabriken stehen heute in Kuppenheim, Deutschland (Mercedes-Benz), in Bremerhaven, Deutschland (Redwood Materials), in Hoboken, Belgien (Umicore), in Fredrikstad, Norwegen (Hydrovolt) sowie in Hettstedt, Deutschland und in Birmingham, UK (Ecobat).
Die so zurückgewonnenen Materialien fliessen direkt in die Produktion neuer Batterien – und schliessen damit den Kreislauf, der Ressourcen spart und die nächste Generation von Energiespeichern ermöglicht.