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Batteriespeicher: Standard oder Luxus?
Der Branchenverband Swissolar stellt in seinem aktuellen Bericht «Batteriespeicher mit Photovoltaik» fest, dass mittlerweile rund jede zweite neue Solaranlage in der Schweiz mit einem Batteriespeicher kombiniert wird. Eine vergleichbare Tendenz zeigt das «Photovoltaik-Barometer 2025», das von der Berner Fachhochschule in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Eturnity erstellt wurde: Demnach wurden im vergangenen Jahr über 60 Prozent der neu angebotenen Anlagen bereits mit einem Speichersystem geplant. Geht es nach den Schweizer Solarfirmen, empfehlen knapp 80 Prozent der Swissolar-Mitglieder bei einer PV-Installation im Einfamilienhaus den Einbau eines Speichers.
Preisrückgang und neue Rahmenbedingungen stärken den Speichertrend
Der Blick auf die aktuellen Branchentrends zeigt: Batteriespeicher werden dank fortschreitender Massenproduktion immer preiswerter. In den Jahren 2016 und 2017 lagen die Installationskosten für Batteriespeicher in der Schweiz noch zwischen 1’000 und 2’500 Franken pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Eine Swissolar-Umfrage vom Dezember 2024 ergab, dass der durchschnittliche Endkundenpreis zu diesem Zeitpunkt auf rund 800 Franken pro installierter Kilowattstunde gesunken war.
Gleichzeitig lohnt sich das Speichern immer mehr, da Rückvergütungen der Elektrizitätswerke für den ins Netz eingespeisten Strom immer mehr sinken. Ab 2026 kommen weitere Anreize hinzu: Das Netzentgelt für gespeicherten und erneut eingespeisten Strom wird rückerstattet. Zudem dürften dynamische Stromtarife vermehrt angeboten werden – sie belohnen eine netzdienliche Betriebsweise und erhöhen damit die Wirtschaftlichkeit von Speichersystemen.
Lohnt sich ein Speicher? Die wichtigsten Faktoren
Ein Batteriespeicher wäre Luxus, wenn er sich nicht lohnt – oder wenn er nur selten genutzt würde. Doch beides trifft in vielen Fällen nicht zu: Bei typischen Verbrauchsprofilen in Einfamilienhäusern kommt der Speicher täglich zum Einsatz.
Ob sich ein Batteriespeicher lohnt, lässt sich gut abschätzen. Relevante Faktoren dafür sind das Lastprofil – wann im Tagesverlauf wie viel Strom üblicherweise genutzt wird, der Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher sowie künftige Strompreise und Rückvergütungen.
Fachbetriebe bieten heute realistische Wirtschaftlichkeitsrechnungen an, die eine fundierte Entscheidungsgrundlage liefern. Sie können sich auch selbst ein Bild verschaffen. Im Internet stehen dafür unterschiedliche Berechnungshilfen zur Verfügung: Der Eigenverbrauchsanteil lässt sich gut mit dem «Unabhängigkeitsrechner» der HTW Berlin abschätzen. Für eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsrechnung stellt Swissolar eine Excel-Vorlage zur Verfügung.
Gründe für die Anschaffung von Batteriespeichern
In einer Mitgliederbefragung hat Swissolar ermittelt, aus welchen Gründen Batteriespeicher in Ein- und Mehrfamilienhäusern installiert werden. Die folgenden Angaben zeigen, welche Motive von den Befragten «fast immer» oder «oft» als ausschlaggebend genannt wurden:
- 94 %: Erhöhung des Eigenverbrauchs
- 74 %: Tiefe Rückvergütung für eingespeisten Strom
- 46 %: Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Solaranlage
- 40 %: Beitrag zur Energiewende
- 33 %: Interesse an neuer Technologie
- 30 %: Nutzung in Kombination mit Elektromobilität
- 23 %: Möglichkeit zur Notstromversorgung
- 10 %: Netzdienlicher Betrieb
- 8 %: Reduktion von Lastspitzen
Die Anschaffungsgründe wandeln sich mit der Zeit. Beispielsweise häufen sich nach dem Stromausfall in Spanien die Anfragen für Notstromsysteme bei Elektrobedarf Troller. Dabei muss man wissen, dass nicht alle Stromspeicher Notstrom bereitstellen. Das Interesse an einem netzdienlichen Betrieb dürfte mit der breitenwirksamen Einführung dynamischer Stromtarife ansteigen.
Für Einfamilienhäuser hat sich ein Speicherbereich von 5 bis 15 kWh etabliert – abhängig vom Stromverbrauch, der Leistung der Solaranlage und dem angestrebten Autarkiegrad. Als grober Orientierungswert gilt ein Verhältnis von 1 kWh Speicherkapazität pro 1 kWp installierter PV-Leistung.
Individuelle Einschätzung bleibt entscheidend
Trotz klarer Markttrends und technischer Standards bleibt die Auslegung eines Batteriespeichers eine Einzelfallentscheidung. Der Stromverbrauch, das Nutzerverhalten, die Ausrichtung der Solaranlage und regionale Förderbedingungen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit erheblich. Eine fundierte Beratung durch Fachbetriebe ist deshalb in den meisten Fällen empfehlenswert.